
Espresso ist ein winziger Kaffee mit großer Kraft. Die Italiener beginnen ihren Tag damit und beenden jede herzhafte Mahlzeit damit! In Deutschland erfreut er sich in Restaurants und Cafés immer größerer Beliebtheit, obwohl zu Hause immer noch der traditionelle "Sypanka" (wörtlich: Streuselkaffee) vorherrscht. Der Tradition zufolge wird Espresso mit einem Glas Wasser serviert, das ein Vielfaches seiner Kapazität hat. Wozu dient eine solche Kombination? Trinkt man Wasser vor oder nach dem Kaffee? Wie macht man einen aromatischen Espresso zu Hause und woher kommt überhaupt die Popularität des "kleinen Schwarzen"?
Italienische Liebe zum Kaffee
Espresso ist eine Methode, Kaffee in heißem Wasser und unter Druck zuzubereiten. Der Name selbst bedeutet auf Italienisch "ausgepresst" – der Aufguss ist die Essenz von fein gemahlenen und gepressten Kaffeebohnen. Den Anfang machte die Erfindung der Espressomaschine durch Luigi Bezzera im Jahr 1901.
Die im Laufe der Zeit verbesserte Maschine führte erst 1947 zu dem heute bekannten Espresso. Die Beliebtheit des starken Aufgusses wurde durch die Massenauswanderung der Italiener in die Vereinigten Staaten gefördert. Dort eröffneten sie in großem Umfang Cafés und brauten Kaffee in diesen modernen Maschinen.
Es ist kaum zu glauben, dass ein so wesentlicher Bestandteil des täglichen Lebens der Italiener – und auch der Spanier, Griechen, Lateinamerikaner und anderer "südlicher" Nationen – erst so spät entstanden ist! In diesen Ländern gibt es buchstäblich an jeder Ecke Einrichtungen, die Espresso verkaufen – man kann ihn nicht nur in Cafés und Restaurants trinken, sondern auch an Orten wie Bäckereien, Kiosken oder sogar gewöhnlichen Gemischtwarenläden. Er ist fast ein unverzichtbarer Bestandteil des Morgens und jeder herzhaften Mahlzeit; der Erholung und des Feierns. Das Wort "Kaffee" – caffe – bedeutet unter anderem auf der Apenninenhalbinsel nichts anderes als Espresso!
Touristen, die diese Länder zum ersten Mal besuchen, sind oft erstaunt über die Popularität des winzigen, starken Kaffees. Noch mehr Erstaunen erwecken beim ersten Kontakt die Trinkregeln – wofür dient das Wasser zum Espresso und dann auch noch in einem Glas mit viel größerem Fassungsvermögen?
Rezept für den perfekten Espresso
Die Grundlage für die Zubereitung eines aromatischen Espressos ist natürlich hochwertiger Kaffee. Die besten Ergebnisse erzielt man mit speziellen Mischungen ungemahlener Kaffeebohnen, die für dieses Getränk bestimmt sind. Wichtig ist auch das Wasser für den Espresso, das in die Maschine gegossen wird. Es muss weich, am besten gefiltert und frisch sein.
Das Gerät, in dem der Kaffee zubereitet wird, ist von kolossaler Bedeutung. Espressomaschinen brühen den Kaffee unter einem Druck von etwa 9 bar und unterziehen die Bohnen in kurzer Zeit der Extraktion, wodurch ein idealer Aufguss mit sichtbarem Schaum, der sogenannten Crema, entsteht. In ihr konzentriert sich das gesamte Aroma. So zubereiteter Kaffee, der nur 25-30 ml fasst, hat einen hohen Koffeingehalt und zeichnet sich durch einen sehr starken, ausgeprägten Geschmack aus, der für die jeweilige Kaffeesorte charakteristisch ist.
Spezialisten, die sich mit dem sensorischen Profil von Kaffee beschäftigen, stellen fest, dass es bis zu 28 sogenannte Nuancen gibt, darunter z.B. blumige, beerige, getrocknete Früchte. Davon lassen sich weitere Dutzende genau definierte Noten unterscheiden. Der Versuch, sie beim Genuss Ihres Lieblings- "kleinen Schwarzen" zu erkennen, kann jeden Tag viele faszinierende Erlebnisse mit sich bringen! Wie trinkt man Espresso auf so bewusste Weise?
Kaffee-Savoir-vivre
Es lässt sich nicht leugnen, dass beim ersten Kontakt mit diesem Brauch das Glas Wasser zum Espresso – unbedingt still und zimmerwarm – zumindest etwas überraschend wirken mag. Doch an der Art, wie die winzige, halb gefüllte Tasse mit schwarzem Aufguss im Duo mit einem eleganten Glas serviert wird, erkennt man sofort die Kenntnis der Regeln des Kaffee-Savoir-vivre.
Kaffeetrinken – selbst wenn es sich um einen so kleinen Kaffee wie Espresso handelt – sollte vor allem Freude bereiten! Um aus diesen wenigen Schlucken das Beste herauszuholen, lohnt es sich, zu beobachten, wie die Erfinder von der Apenninenhalbinsel ihn genießen.
Wozu Wasser zum Kaffee? Damit beginnt die Verkostung. Es hilft, die Temperatur im Mund zu normalisieren und die Geschmacksknospen zu reinigen. Dadurch erhöhen sich die Chancen, alle Aromen wahrzunehmen, erheblich. Oft kann man mit eigenen Augen sehen, wie die Italiener, wenn sie nach dieser kleinen Tasse greifen, merklich... langsamer werden. 30 ml starken Aufgusses sind für sie nicht nur schnell getrunkenes Koffein, sondern auch ein Moment für sich und die Konzentration auf die Empfindungen, die er mit sich bringt! Obwohl ein heißer Espresso laut Savoir-vivre in nicht mehr als 3-4 Schlucken getrunken werden sollte, kann man aus jedem Schluck wirklich viele neue, ungewöhnliche Geschmäcker herausholen – selbst wenn man einen Aufguss aus Bohnen trinkt, die man bisher täglich, aber in Eile getrunken hat!
Kann man diesen aromatischen Kaffee auch zu Hause genießen? Wie serviert man Espresso im wahrhaft italienischen Stil, ohne eine Espressomaschine zu besitzen?
Espresso ohne Espressomaschine
Da Sie nun wissen, wie man Espresso trinkt, lohnt es sich, ihn zu Hause zuzubereiten! Es gibt viele Kaffeebohnen aus aller Welt auf dem Markt, die mit ihren Aromen überraschen und helfen können, viele neue Geschmäcker zu entdecken! Dieser kleine Kaffee eignet sich hervorragend für den Morgen, bei einem vorübergehenden Energieabfall tagsüber oder beim Besuch von Gästen. Und um ihn zuzubereiten, braucht man überhaupt keine Espressomaschine!
Dafür eignet sich eine Kaffeekanne – eine kleine Kanne zum Brühen von Kaffee unter Druck. Dieses kleine Aluminium- oder Stahlgerät gehört zur Grundausstattung jedes italienischen Hauses! Man muss nur Wasser und frisch gemahlenen Kaffee in die Kanne geben und dann von unten Wärme zuführen – z.B. auf einem Gasbrenner oder Induktionsherd. Espresso – genau wie in einer Espressomaschine – brüht sehr schnell und unter Druck, und sein Geschmack wird dem Aufguss aus einem Markenprodukt in nichts nachstehen! Beim Servieren – sowohl bei Gästen als auch an einem gemütlichen Morgen – sollte man immer an ein Glas Wasser zum Kaffee denken, damit man das volle Geschmacksprofil genießen kann!
Süßes Dilemma
Espresso ist ein sehr starker und bitterer Kaffee. Dieser intensive Geschmack muss nicht jedem gefallen. Selbst in seinem Herkunftsland wird er in vielen Regionen bevorzugt mit sehr viel Zucker getrunken, wodurch er fast zu einem Kaffeesirup wird. In solchen Fällen ist ein Glas Wasser zum Kaffee sicherlich nützlich, um den Mund auch nach einem so süßen Aufguss auszuspülen!
Espresso ist auch zur Grundlage verschiedener Rezepte geworden: mit Milchschaum verwandelt er sich in Cappuccino, mit einer kleinen Menge gewöhnlicher Milch in Latte Macchiato und mit zugesetztem Wasser in Lungo. Mit Eis serviert, erfrischt er als Frappé angenehm kalt.
Zum Servieren vieler dieser Getränke, deren Grundlage Espresso bildet, eignen sich Gläser mit dicken Wänden und Böden hervorragend, durch die man die Farbe und die sich bildenden Schichten beobachten kann. So servierter Latte oder Lungo wird ein Kaffee im wahrhaft italienischen Stil sein – voller Achtsamkeit und Freude am Genussmoment!